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Aufbruch vom Leben

Besuch im HospizEinblicke in die Arbeit eines Hospizes und Ausblicke auf das Sterben, den Aufbruch vom Leben


Der katholische Religionskurs des 12. Jahrgangs besuchte Ende Februar 2020 das Hospiz St. Peter in Oldenburg. Der Besuch fand im Rahmen des Schulprojekts „Aufbruch vom Leben" statt, das von dem Hospiz aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens veranstaltet wird und an dem elf weiterführende Schulen aus Oldenburg und Umgebung mit 18 Klassen und Kursen und 400 Schülern teilnehmen.

Simon Florack berichtet von seinen Eindrücken.

Einblick„Das HOSPIZ - Ein unscheinbarer Ort ?

Am 24.02.2020 von 14 bis 16h besuchte der Kurs Katholische Religion aus dem 12. Jahrgang des GZE gemeinsam mit der Lehrerin Christine Hermann das Hospiz St. Peter in der Georgstraße 23 in Oldenburg.

Vor dem Eintreffen der Kursmitglieder hatte es sehr stark geregnet, der Himmel hing immer noch voller grauer Wolken und mit hochgezogenen Schultern suchten die 13 Kursmitglieder notdürftig Schutz unter dem schmalen Dachüberstand am Eingang des Hospizes. Die Tatsache, vielmehr die Befürchtung, gleich auf Menschen in einer schweren Lebensphase zu treffen, sorgte bei den Besuchern für eine mulmige und etwas unwohle Atmosphäre. Niemand im Kurs wusste so recht, wie man sich in dieser Situation richtig verhalten sollte.Kalenderblatt Dann die erste Überraschung: Die Kursmitglieder wurden von der fast gleichaltrigen FSJ-lerin des Hospizes fröhlich begrüßt und in den gemeinschaftlichen Frühstücksraum geführt. Wegen der zu fast allen Seiten bodentiefen Fenster wirkte das Haus sehr hell und offen. Die vielen Bilder in den Fluren und die warmen Farben der Wände sorgten für eine angenehme Atmosphäre und das ganze Haus erweckte das spontane Gefühl, sich heimisch fühlen zu dürfen.

Wie sich später herausstellte, bezog sich diese Offenheit auch auf den Umgang mit dem Sterben und dem Tod. Für alle Menschen ist der Tod unvermeidlich, meistens drängen sie das Thema lieber weit weg. Für die BewohnerInnen des Hospizes aber steht der Tod nahe bevor. Die erkennbar gelebte Offenheit gegenüber dem Thema Sterben und Tod war für uns BesucherInnen sehr überraschend und zugleich beeindruckend.

Zur Einleitung des Besuchs informierte zunächst die sympathische stellvertretende Pflegedienstleiterin Astrid Gärtner den Kurs ausführlich über die Arbeit im Hospiz. Immerhin ist das Hospiz St. Peter mit seinen 25 Jahren das zweitälteste in Niedersachsen, so dass hier schon viel Erfahrung gesammelt werden konnte. Es bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen, was von den Schülerinnen und Schülern natürlich gern und ausgiebig genutzt wurde, nachdem die anfängliche Scheu einmal überwunden war.

Mit einem nun viel positiveren Gefühl im Gepäck begannen die Kursmitglieder unter der Führung von Astrid Gärtner schließlich die „Reise" durch das Hospiz St. Peter.In deiner Hand geborgen

Beeindruckend war zum Beispiel der „Raum der Stille". Dort besteht für die HospizbewohnerInnen die Möglichkeit, sich außerhalb der Gemeinschaftsräume oder des eigenen Zimmers zurückzuziehen. Das gilt auch für verschiedene gemütliche Besprechungsräume mit Sitzgruppen und historischen Möbeln sowie modernen Gemälden, die den BewohnerInnen mit ihren Angehörigen jederzeit frei zur Verfügung stehen. Spannend war natürlich der Einblick in ein derzeit unbewohntes Bewohnerzimmer. Die HospizbewohnerInnen haben die Möglichkeit, ihre Zimmer individuell und ganz nach eigenem Interesse zu gestalten und einzurichten. Das Zusammenleben erinnert ein wenig an eine WG unter Gleichgesinnten, in der jeder/jede sowohl Individualität als auch Gemeinschaftssinn erleben darf.

Für Schwerkranke gibt es übrigens keine Ausschlusskriterien, um in dem Hospiz aufgenommen werden zu können: Alter, Religionszugehörigkeit oder die Lebensumstände der Kranken spielen keine Rolle. Dieses spiegelt sich dann auch in der erkennbaren Unterschiedlichkeit der HospizbewohnerInnen wieder.

Das Hospiz bietet den Angehörigen der BewohnerInnen an, gemeinsame Zeit mit diesen im Hospiz zu verbringen, gegebenenfalls auch einige Nächte dort zu übernachten. Dieses Angebot empfanden viele Schülerinnen und Schüler als wichtig und berührend zugleich.

Das Hospiz versucht darüber hinaus, seinen BewohnerInnen möglichst viele kleinere wie größere Wünsche zu erfüllen. Das kann von einem besonderen Brotaufstrich über kleine kreative Angebote bis hin zum Ausflug ans Meer gehen. Die finanziellen Möglichkeiten hierfür erhält das Hospiz unter anderem durch Spenden. Außerdem arbeiten sie mit dem „Wünsche-Wagen" des Arbeiter-Samariter-Bundes zusammen, wo das möglich ist.
Während ihrer „Reise" durchs Hospiz kamen die Kursteilnehmer erfreulicherweise auch kurz mit einigen BewohnerInnen in Kontakt. Diese machten auf die SchülerInnen einen den Umständen entsprechend nachdenklichen, aber dennoch entspannten Eindruck.

Licht der ErinnerungBuch der BewohnerInnenWie eingangs bereits erwähnt, ist der Umgang mit dem Thema Sterben und Tod in St. Peter offen und nichts beschönigend. Das beginnt schon mit der Wortwahl, die wohlgemeinte, aber wenig hilfreiche Umschreibungen wie „friedlich eingeschlafen" oder „ist jetzt in einer besseren Welt" vermeidet. Schon im Eingang wird der Besucher von einem Windlicht begrüßt, in dem immer dann eine Kerze brennt, wenn jemand verstorben ist. Ebenso wird eine Kerze vor die Tür des entsprechenden Zimmers gestellt. So wissen Mitarbeiter wie Bewohner gleich, welcher Mitbewohner oder welche Mitbewohnerin verstorben ist. Der Verstorbene wird von den Mitarbeitern hergerichtet und bleibt noch einige Stunden in seinem Zimmer aufgebahrt, so dass alle sich verabschieden können, die das möchten. Am Todestag wird der Name des Verstorbenen in ein Gedenkbuch im Eingangsbereich eingetragen. Die Seite kann in den nächsten Tagen oder Wochen von den Angehörigen gestaltet werden und die Bücher aller Jahre werden im Raum der Stille aufbewahrt. So bleiben die Verstorbenen in Erinnerung und geraten nicht so schnell in Vergessenheit.

Bevor ein Zimmer neu belegt wird, wird der Raum aus Tradition mit Weihrauch ausgesegnet und manchmal wird etwas Salz in die Ecken gestreut. Wenn die Seele des Verstorbenen noch lange dort spürbar ist, kann ein Zimmer auch mal einige Zeit unbewohnt bleiben.
Nach all diesen Erklärungen kam der Besuch im Hospiz zum Ende. Der Weg durch den Hintereingang hinaus führte durch das gläserne Treppenhaus, auf dessen Scheiben in großen Buchstaben die beiden Worte „Ein-Blick" und „Aus-Blick" prangen - getreu der Philosophie des Hospizes, zur Stadt Oldenburg hin offen und mitten drin zu sein, und ebenso Einblicke und wie Ausblicke zu bieten. Für die Schülerinnen und Schüler von Lehrerin Christine Hermann war dieser Einblick in die Hospizarbeit eine interessante Erfahrung, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Das Hospiz: Kein unscheinbarer, sondern ein besonderer Ort mitten im Leben.

Ausblick

Simon Florack, Grundkurs Religion Jg. 12, Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht

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